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grain de sel – Verlag in der Laptoptasche #20

Unsere Bloggervorstellungsserie geht schon in die 20. Runde. Und trotzdem haben wir eine prächtige Kategorie von Blogs noch gar nicht präsentiert: Foodblogs. Da freut es uns, das wir diesen offenkundigen Mangel mit einem besonders kolossalem Exemplar vergessen machen: Auf grain de sel lässt Mika den geneigten Leser an ihrem Kochvergnügen in der wilden französischen Drôme teilhaben. Kochen und Essen ist sinnlich! Da stimmen wir Mika sofort zu.

Salzkorn

Selbstvermarktung:

Was kannst du gut?
Eine launige Einstiegsfrage. Und je älter ich werde, umso leichtfüßiger kann ich darauf antworten. Ich kann gut zwischen seichtem und tieferem Gewässer wechseln. Ich kann mich gut selbst beschäftigen. Ich sehe, wenn jemand aufrichtig ist. Und wenn nicht. Ich verwechsle nicht Details mit dem Wesentlichen. Selten mache ich für eigenes Unwohlsein andere verantwortlich. Außerdem lebe ich überwiegend im Jetzt und Hier. Aber: *Alles wirkliche Leben ist Begegnung* (Martin Buber) – der Boden und das Klima dazu bereitet mir mein Habib, jener, der mit dem Herzen denkt.

Welche Geschichte, die auf grain de sel erschienen ist, zeigst du immer besonders gerne?
Als Foodblog geht’s bei mir – bien sûr – hauptsächlich und überwiegend ums Essen. Manchmal mische ich persönliche Gedanken dazu, manchmal erläutere ich schlicht das Rezept. Völlig unverzichtbar für ein gutes Essen halte ich angeschaltete Sinne und die damit einher gehende Fähigkeit, im Moment zu leben. Sehr gerne erzähle ich daher auch gerne einfach vom französischen Landleben, wie schön der Frühling ist, wie Gedanken anregend Blumen sein können, wie immer wieder entspannend ein Bummel über einen südfranzösischen Markt ist, dass Reisen in die Fremde etwas im Kopf dreht oder dass Essen – da existentiell – auch immer wieder eine nachdenktliche Seite mit sich bringt. Tja, und schließlich verweise ich darauf, dass wir uns sehr über freundliche Feriengäste freuen, die es hungert nach einer Dosis Natur und entweder ihren Urlaub mit den Füßen in einem der Badeflüsse verbringen wollen oder sportlich die Berge am Seil, zu Fuß oder mit dem Fahrrad rauf und runter turnen möchten: Gîtes unter Sonne und Lavendel.

Was macht deinen grain de sel-Blog einzigartig?
Einer meiner liebsten deutschsprachigen Foodblogger-Kollegen Robert von Lamiacucina schreibt über *grain de sel – Salzkorn*, dass er zugleich *Fernweh und Heimweh* erzeugt. Das gefällt mir sehr.
Für mich zeigt eine regelmäßige, anständige Ernährung stabile Verhältnisse an, ja vielleicht sogar eine sorgenfreie Zeit: eine gute Beziehung, kein Stress, Gesundheit, Friedenszeiten… Davon möchte ich gerne etwas teilen, festhalten – samt meiner Liebe zur Natur.

Praktisch:

Welches Tool nutzt du, um Nachrichten zu filtern, bzw. als erste zu erhalten?
Mein Foodblog hat keinerlei Anspruch *brandaktuelle* Themen aufzugreifen – insofern wäre ein solches Tool völlig unnütz für mich.

Welches Tool nutzt du, um deine Texte/Redaktion zu organisieren?
Ich zähle zu jenen Generationen, die *Out of Space* groß geworden ist. Außerdem drängte es mich nach der Schule, den Endlosjahren der reinen Theorie, ins Praktische, Handwerkliche. Als Theaterplastikerin gab es keinerlei Berührungspunkte mit Internet oder neuen Medien. Obendrein zeigten sich in mir nicht ansatzweise technikaffine Neigungen. Erst mit dem Studium blieb mir keine andere Wahl, als mich mit Themen wie *Computer* auseinanderzusetzen – eine Zwangsehe. Mit dem Umzug ins französische Outback lernte ich das Internet als Informationsquelle schätzen. Hingegen das Handy wurde als überflüssig abgeschafft.

Dein wichtigstes Arbeitsuntensil (außer Computer und Handy)?
Zusammengefasst bedeutet das, dass ich völlig unmodern meine *Ateliermentalität* bewahrt habe: Zettel und Stift sind mein wichtigstes Arbeitsutensil. Meine Texte skizziere ich meist direkt im Blog vor, um sie dann später ein weiteres Mal umzuschreiben – bestenfalls. Oft ediere ich aber selbst dann noch, wenn die Texte bereits online gegangen sind.

Verbreitung:

Wie verbreitest du deine Nachrichten selber?
Dafür nutze ich lediglich *Blogspot*, worüber ich meinen Blog hoste – nach der unterirdisch ambitionierten, technischen Seite meines Blogs wohl nicht verwunderlich…

In welchen Aggregatoren ist dein grain de sel-Blog angemeldet?
Nun in *Blogbox* und *bloglovin*.

Woher kommen die meisten Besucher?
Die allermeisten kommen direkt, dann viele über Google oder über Links anderer Blogger. Bloglovin und Pinterest macht eine kleinere Zahl aus.

Zeit und Geld:

Wie viel Zeit investierst du in grain de sel?
Das bemesse ich nicht mit spitzem Stift. Für mich läuft das Blog nebenher – und mehr Platz möchte ich ihm auch nicht beimessen. Das Blog ist für mich illustrer Zeitvertreib. Und ich weiß nie, wie lange mich das noch amüsiert…

Banner? Advertorials? Spenden? Wie verdienst du Geld?
Mein Geld verdiene ich nicht über das Blog. *Libre et indépendante* zu sein, empfinde ich als Luxus. *Wessen Brot ich eß‘, dessen Lied ich pfeif‘* heißt es und noch wurde mir kein Schnittchen angeboten, das mich überreden konnte, neue Töne anzustimmen…

Rentiert sich dein Blog?
Vermutlich könnte sich das Blog mehr und mehr rechnen, wäre ich bereit, eine Kooperation einzugehen. Nur: will ich das? Solange ich es mir leisten kann, ist mir meine Freiheit mehr wert.