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Soundkartell – Verlag in der Laptoptasche #26

Wir sind schon in der 26. Runde unserer Reihe “Verlag in der Laptoptasche” und immer wieder erstaunt, wie vielfältig die Bloglandschaft in Deutschland ist. Es gibt immer etwas Neues, Spannendes zu entdecken. Nach zehn Monaten und 25 Interviews stellen wir heute das erste Mal einen Musikblog vor: Soundkartell hat vor kurzem eine Crowdfunding-Kampagne erfolgreich abgeschlossen und atmet Tag und Nacht Musik. Gründer und Chefredakteur Niklas hat unsere Fragen beantwortet.

Soundkartell
3 x Selbstvermarktung:

Was kannst du gut?
Das ist eine schwierige Frage. Aber ich denke, dass ich sehr gut andere um mich herum von einer Sache begeistern kann. Sie mitreißen kann und ihnen auch auf eine angenehme Art und Weise etwas neues und vor allem Musik näher bringen kann.

Welche Geschichte, die auf deinem Blog erschienen ist, zeigst du immer besonders gerne?
Haha. Da gibt es eine ganz nette kleine Story, denn früher habe ich sehr gerne für bestimmte Bewerbungen oder Referenzen ein sehr langes und exklusives Interview mit OK KID angegeben. Für unsere Crowdfunding-Kampagne hatte ich die Band angefragt, ob sie nicht unsere Kampagne unterstützen möchten. Ich dachte mir: Gut, wir haben sie zu Beginn ihres Durchbruchs auch supportet, also klappt das schon. Aber weit gefehlt. Seitdem haben wir die Referenz zu OK KID nicht mehr in unserem Portfolio.
Was ich damit sagen will ist, dass wir jeden Tag eine Geschichte auf unserem Blog erzählen. Wir liefern wirklich jeden Tag Content und bringen durch kleine Geschichten zu den Bands und Musikern unseren Lesern die Musik näher.

Was macht deinen Blog einzigartig?

In Zeiten in denen gefühlt fast jeder zweite irgendwie einen Blog hat, ist es schwer, sich abzuheben, einzigartig zu sein. Ich denke wir zeichnen uns dadurch aus, dass wir erstens jeden Tag stichhaltigen Content liefern. Zudem hat sich in den über drei Jahren eine sehr enge Beziehung und ein großes Netzwerk zu Bands, Managements und Agenturen aufgebaut. Wir können beinahe jeder Band was anbieten, sie supporten und sie auf unserem Blog präsentieren. Vor allem durch unsere neuen Features wie das „Bandcamp“ (Ein Portfolio für Bands/Musiker) und „Soundkartell TV“ (Videoplattform via Youtube für Bands/Künstler) sind zwei neue inhaltliche Komponenten entstanden, die es so noch nicht gibt.

3 x Praktisch:

Welches Tool nutzt du, um Nachrichten zu filtern, bzw. als erste zu erhalten?
Ich nutze diese ganze Nachrichten-Filterei eigentlich gar nicht. Um neue Bands und Künstler zu entdecken tauche ich täglich auf unterschiedlichen anderen Blogs ab, durchstöbere Streamingplattformen wie Spotify, Soundcloud, NoiseTrade und vieles mehr. Unser Mainstream-Social-Media-Netzwerk Facebook ist da – leider – auch ganz vorne mit dabei.

Welches Tool nutzt du, um deine Texte/Redaktion zu organisieren?
Wir arbeiten in unserer Redaktion viel über die Cloud. Dort schreiben wir unsere Artikel, erstellen Interviews etc. und stellen das dann natürlich über WordPress online.

Dein wichtigstes Arbeitsuntensil (außer Computer und Handy)?

Also wenn Computer und Handy wegfallen, sind das natürlich meine Ohren! Ansonsten arbeite ich auch noch viel mit Stift und Zettel, wenn ich zum Beispiel im Zug sitze und von unterwegs etwas arbeiten möchte. Ganz klassisch eben.

3 x Verbreitung:

Wie verbreitest du deine Nachrichten selber?
Also wenn die Artikel über unsere Homepage raus gegangen sind, verbreiten wir sie über die üblichen Social Media Channels, wie Twitter, Instagram, Pinterest und eben Facebook. Instagram kam jetzt kürzlich erst dazu und ich muss sagen, dass mir das sogar teilweise etwas besser gefällt als Facebook. Aber auch Twitter halte ich für eine der wichtigsten Verbreitungstools für uns. Facebook wird schon fast gar nicht mehr erwähnt, weil es so selbstverständlich ist. Einen Newsletter nutzen wir nicht. Davor scheuen wir uns noch. Aber mal sehen, vielleicht kommt der ja noch irgendwann.

In welchen Aggregatoren ist dein Blog angemeldet?
Natürlich in der BlogBox App. Ansonsten haben wir noch unsere App, die im Appelstore angeboten wird. Die läuft über den Content, den wir auf Facebook verbreiten. Als Musikblog müssen wir natürlich auch bei Hype Machine dabei sein. Da sind wir wohl aktuell noch etwas schwach auf der Brust, aber läuft ja auch so ganz gut.

Woher kommen die meisten Besucher?
Also die meisten Besucher kommen natürlich aus Deutschland. Da liegen Berlin, München, Hamburg, Karlsruhe und Köln weit vorne. Aber die zweitgrößte Besuchergruppe kommt aus Dänemark. Kopenhagen liegt laut unseren Statistiken sogar auf Platz 3 der Top-Städte. Aarhus immerhin auf Platz 8.

3 x Zeit und Geld:

Wie viel Zeit investierst du in deinen Blog?
Das abzuschätzen ist sehr schwer. Also für das reine Schreiben an Reviews und sonstigen Musikmeldungen sitzen wir locker 2-3 Stunden am Tag am Computer. Dann kommen da noch die wahnsinnig vielen E-Mail dazu, die wir auch immer sofort beantworten. Und dann ist da noch unsere wöchentliche Radiosendung, die mit Vor- und Nachbereitung an die 5 Stunden unserer Zeit pro Woche beansprucht. Ich würde jetzt mal sagen, dass ich als Chefredakteur für den Blog sowieso jeden Tag ab 08.00 Uhr im Einsatz bin. Es gibt fast keine Stunde mehr, in der ich nicht irgendwie in Gedanken und Arbeit beim Soundkartell bin. Ein halber Vollzeit-Job also.

Banner? Advertorials? Spenden? Wie verdienst du Geld?
Da trefft ihr einen wunden Punkt. Denn aktuell verdienen wir damit ehrlich gesagt nichts. Das liegt am Genre „Musik“, für das nur sehr wenige bereit sind Geld auszugeben, was ja an sich sehr traurig ist. Ab und an verdienen wir uns etwas durch bezahlte Artikel oder wir schreiben Pressetexte. Aber gerade durch unser Crowdfunding-Projekt haben wir gemerkt, dass doch eine gewisse Bereitschaft da ist, Geld für unser Projekt auszugeben. Insgesamt haben wir ja über 1000,-€ in den 8 Wochen eingenommen. Das Netzwerk ist da und auch unser guter Willen, damit endlich auch den Arbeitsaufwand zu entlohnen. Doch es ist eben ein schmaler Grad sich nicht die Leser zu vergraulen. Wir wollen uns nur auf unsere Kernkompetenz „Musik“ konzentrieren und können es irgendwie nicht nachvollziehen, dass andere Musik-Kollegen über alles wie Mode, Musik, Popkultur, Reisen etc. schreiben. Meiner Meinung nach hat man da immer irgendwo Einbußen bezüglich der Kompetenz.
Deshalb sind wir gerade auf der Suche nach starken und vor allem auch authentischen Partnern, die unser Projekt auch dauerhaft für unterstützenswert halten.

Rentiert sich dein Blog finanziell?
Wie schon gesagt: Wir nehmen derzeit nur einen minimalen Betrag über Adsense-Werbung durch Google ein. Sind auch auf Plattformen wie Rankseller, Blogads und Blogfoster vertreten. Doch die Kampagnen, die sich mit dem Thema Musik auseinandersetzen sind rar bis kaum vorhanden. Aber wir sind davon überzeugt, dass sich unser Blog schon in ein paar Jahren finanziell lohnt. Wir machen einfach so weiter, wie wir angefangen haben und sind bereit immer mal wieder Risiken mit unseren neuen Features einzugehen. Wir glauben fest daran, dass die Leute da draußen auch weiter froh sind, dass wir ihnen gute Musik vorstellen, die sie so wohl nicht gefunden hätten. Das ist unser derzeitiger Nutzen und der macht uns einfach glücklich. Nicht: wie viel ich durch Advertorials, Reisen auf Kosten von Agenturen oder durch Fashion-Tipps verdiene.