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stepanini – Verlag in der Laptoptasche #18

Stephanie Wißmann erzählt in ihrem Lifestyle-Blog stepanini von Schönem und Nachdenklichem und gewährt dem Leser damit auch einen Einblick in ihr Leben. Die Konsequenzen dieses Ausstellens des privaten Lebens in der Netzöffentlichkeit und der “Romantisierung des Alltags” diskutiert Stephanie auf ihrem Blog und auch letztes Jahr auf der Republica. Wir finden das toll und genießen es, hin und wieder bei dieser Oase der Ruhe und des stillen Glücks vorbeizuschauen.

Stephanie Wissmann

Selbstvermarktung:

Was kannst du gut?
Neugierig sein auf alles und jeden.
Dinge entdecken. Irgendwelche Kleinigkeiten, Schönheiten, Details, Perlen – das können Bilder sein oder Texte, Worte, Situationen. Ich weiß nur, dass wenn ich sie finde, ich sehr glücklich und froh bin über diesen Schatz und ihn durch das Bloggen weitergeben kann.
Ansonsten noch lesen, zweifeln, hinterfragen, fotografieren, mich freuen, querdenken, konzipieren, begeistert sein, ganz gut kochen, kombinieren, schreiben.

Welche Geschichte, die auf stepanini erschienen ist, zeigst du immer besonders gerne?
Ich habe vor fast über einem Jahr zwei Artikel über Lifestyle-Blogs geschrieben, die mir wichtig sind. “Willkommen in meinem Wohnzimmer” war der Titel. Über die manchmal dünne Grenze zwischen privat und intim und einen über die Gefahr der glatten, immer aufgeräumten Blogwelt.
Es ging und geht mir immer noch um die Frage, wie ich mich im Netz darstelle, wie offen ich bin, wie viel ich von mir preisgebe. Ich falle in die Kategorie der Lifestyle-Blogger, obwohl ich mit dem Wort Lifestyle Schwierigkeiten habe, weil es suggeriert, dass es den einen richtigen Lebensstil gibt, was ich nicht glaube und näher dran am Spießertum und der korrekt geschnitten Hecke kann man nicht sein. Und von dort ist es auch nicht weit bis  zum Perfektionsdruck der glatten Hochglanzmagazine und der Frauenzeitschriften, die immer die picture-perfect-Welt zeigen. Das will ich nicht. Aber natürlich möchte ich auch nicht im Internet, in dem jeder lesen kann – auch die unlieben Arbeitskollegen, seltsame Menschen oder Ex-Freunde mein Seelenleben ausbreiten. Oder mein unaufgeräumtes Arbeitszimmer zeigen, vor dem ich selbst am liebsten auch die Augen verschließen würde. Dazu kommt dann noch, dass sich mein Blog nicht anfühlt wie das Internet. Sondern heimelig und vertraut. Und ich merke, dass ich durch viele Mosaiksteine, die ich preisgebe, in Summe doch mehr von mir erzähle als ich ursprünglich beabsichtigt habe. Die Balance zu schaffen, Leben ehrlich zu zeigen ohne in die perfekte Kinfolk-Welt abzurutschen und sich auch der Verantwortung bewusst zu sein, die man als Blogger hat – das ist mir wichtig, darüber habe ich geschrieben und den Artikel finde ich immer noch gut.
Das kann ich nicht über jeden Artikel sagen. Manche ältere würde ich heute so nicht schreiben. Aber ich fände es auch unehrlich sie zu löschen. So war und ist eben die Entwicklung.
Außerdem mag ich meine Buchvorstellungen. So etwas hat mir immer gefehlt. Ich habe oft den Eindruck, dass im Feuilleton Bücher manchmal aus Prinzip zerrissen werden und es dann noch die andere Facette der Lobhudelei auf seichte Literatur gibt. Das dazwischen, das meinen Lesegeschmack trifft, das hat mir gefehlt. Und das mache ich jetzt eben selbst.

Was macht stepanini einzigartig?
Eine Leserin hat mal geschrieben, dass mein Blog für sie eine Oase sei. Dass er Ruhe verströme und stilles Glück, nachdenklich stimme und inspirierend sei.
Wenn dem so wäre, wenn das gelänge, dann wäre das groß.

Praktisch:

Welches Tool nutzt du, um Nachrichten zu filtern, bzw. als erste zu erhalten?
Für mich ist es nicht so wichtig die Erste zu sein. Für die hottest news sind andere zuständig. Ich möchte lieber die Seitenstraßen, die Umwege zeigen, Beiläufiges, andere Perspektiven. Wie ich das finde, kann ich selbst nicht so genau sagen. Mit offenen Augen durchs Leben gehen und nicht gleich dem ersten Link folgen, sondern weitergehen, nach links und rechts schauen. Das geschieht über facebook, twitter, amerikanische Blogs, die ich viel lese, aber auch Magazine, Bücher. Alles.

Welches Tool nutzt du, um deine Texte/Redaktion zu organisieren?
Wenn mir eine gute Idee oder ein Satz einfällt, denke ich mir immer, den muss ich mir jetzt merken. Um ihn dann zu vergessen. Und auch doch wieder nicht, weil ich merke, dass ich das Thema dann irgendwie im Kopf habe und mir dazu Artikel oder Links auffallen. Manches Mal gelingt es mir, mir Sachen in Evernote aufzuschreiben. Oder auf irgendwelche Zettel, die ich zufällig in der Handtasche finde, aber wenn ich sie dann brauchen könnte, natürlich wieder nicht.
Wenn ich dann das Gefühl habe, dass es gut ist und die Idee reif, dann schreibe ich gleich ins Blog-Template. Und ehrlich gesagt, korrigiere ich oft erst nachdem es live gegangen ist. Wenn ich dann nochmals darüber lese und Kommafehler entdecke oder Formulierungen, die nicht ganz so geglückt sind, verbessere ich im nachhinein noch, obwohl der Artikel schon online ist.

Dein wichtigstes Arbeitsuntensil (außer Computer und Handy)?
Mein Kopf.

Verbreitung:

Wie verbreitest du deine Nachrichten selber?
Ich stelle sie auf facebook ein. Wenn ich es nicht vergesse. Das mache ich, weil mehre gefragt hatten, ob das nicht ginge, weil das über facebook für Leser praktischer sei.
Ab und zu twittere ich.  Aber nicht wirklich regelmäßig. Was daran liegt, dass ich mit Twitter noch nicht so ganz warm geworden bin.
Ansonsten tue ich nichts.
Was wiederum damit zu tun hat, dass ich die Verbreitung nicht forciert habe. Es ist irgendwie mit den Jahren gewachsen.

In welchen Aggregatoren ist stepanini angemeldet?
Blogbox und bloglovin.

Woher kommen die meisten Besucher?
Die meisten kommen direkt. Dann facebook, Ihr, ein wenig pinterest, Twitter und Google.

Zeit und Geld:

Wie viel Zeit investierst du in stepanini?
Ich messe das nicht wirklich, beziehungsweise grenze es nicht ab. Ich lese ein Buch und wenn ich es gut finde, schreibe ich darüber. Meine Kamera habe ich meistens dabei. Wenn ich etwas koche, fotografiere ich es. Das kostet ein wenig mehr Zeit, weil ich den Teller ins richtige Licht stelle und anders drapiere, aber auch nicht so viel. Mir war und ist immer wichtig, dass der Blog eher mein Leben festhält, als dass ich bewusst ein Leben arrangiere, um es im Internet zeigen zu können.
Ich merke aber, dass mit der Zeit und den Leserzahlen auch ein Druck wächst. Wenn ich länger nichts schreibe, kommen Mails mit Fragen. Da herrscht eine gewisse Erwartungshaltung, von der ich mich aber frei machen möchte, sonst würde sie mich hemmen. Es fühlt sich besser und sicherer an, wenn ich so tue, als ob das außer meiner Mutter und meinen Freunden keiner liest.

Banner? Advertorials? Spenden? Wie verdienst du Geld?
Ich nutze Affiliate-Links. Wenn ich also Bücher vorstelle oder Kleider, erhalte ich bei Kauf einen gewissen Prozentsatz.

Rentiert sich dein Blog?
Nein. Leben könnte ich davon nicht. Gerade wenn man die Kosten für Hosting und die Zeit gegenrechnet.
Missen möchte ich ihn aber auch nicht mehr. Mir tut die Routine gut, zum Schreiben gezwungen zu werden, das Festhalten und Formulieren der eigenen Gedanken ist auch für mich auch immer ein Reflektieren, ich habe tolle Kontakte darüber erhalten und auch beruflich haben sich dadurch, obwohl ich eigentlich in einem ganz anderen Bereich arbeite, ein paar Perspektiven ergeben.
Finanziell rentieren also nicht. Aber es lohnt sich allemal.

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